2016★ 6.2Filmpalast
186 Filme in deutscher Sprache, jeweils mit Besetzung, Inhaltsangabe und einer Schaltfläche Ansehen.
Am besten bewertet
Alle anzeigen (27)
2016★ 6.2
1971★ 6.2
2024★ 6.1
1961★ 6.3Neue Filme
Alle anzeigen (68)Klassiker bis 1974
Alle anzeigen (79)Heimat und Berge
Alle anzeigen (45)Musik und Schlager
Alle anzeigen (37)Urlaub und Fernweh
Alle anzeigen (49)Fernsehfilme
Alle anzeigen (107)Der Filmpalast-Ratgeber zu deutschen Filmklassikern und Fernsehfilmen
Filmpalast: deutsche Filmklassiker und Fernsehfilme, von Der eiserne Gustav, Der Pauker und Mariandl bis König von Deutschland, Wellness für Paare und Einmal Hallig und zurück
Das Wort Filmpalast stammt aus einer Zeit, in der ein Kinobesuch ein kleines Fest war. In den Zwanzigerjahren entstanden in Berlin, Hamburg, München und Wien Häuser mit tausend und mehr Plätzen, mit Samtvorhang, Kronleuchtern, einer Orgel und Platzanweisern in Uniform. Nach 1945 wurden viele dieser Häuser wieder aufgebaut, und in den Fünfzigerjahren, dem Jahrzehnt der höchsten Besucherzahlen, strömte das Publikum Woche für Woche hinein, um Heimatfilme, Musikfilme und Komödien zu sehen. Dieser Wegweiser trägt den alten Namen mit Absicht: Er versammelt 186 deutschsprachige Filme aus den Jahren 1951 bis 2024 und führt von jedem einzelnen zu den offiziellen Diensten, die ihn heute anbieten.
Die Auswahl hat zwei Flügel. Der erste umfasst 79 Klassiker aus der Zeit von 1951 bis 1974: dreißig Filme aus den Fünfzigern und neunundvierzig aus den Sechzigern und frühen Siebzigern, darunter Heimatfilme aus Tirol und der Wachau, Schlagerfilme mit Peter Alexander, Cornelia Froboess und Roy Black, Komödien mit Heinz Rühmann und Heinz Erhardt sowie eine Reihe von Produktionen aus dem DEFA-Studio in Babelsberg. Der zweite Flügel umfasst 107 Fernsehfilme von 1990 bis 2024, also jene abendfüllenden Geschichten, die ARD, ZDF, ORF und die privaten Sender für den Freitag, den Sonntag oder den Mittwoch drehen lassen.
Quer durch beide Flügel laufen die Regale. 133 Filme sind Komödien, 66 Liebesfilme und 62 Dramen. 37 Filme leben von Musik, 45 spielen in den Bergen, im Wald oder auf dem Dorf, 49 erzählen von Urlaub und Fernweh, 44 führen zu einer Hochzeit, und 23 eignen sich besonders für die ganze Familie. Zusammen ergibt das rund 282 Stunden Film von 143 Regisseurinnen und Regisseuren. Jede Filmseite nennt Jahr, Laufzeit, Besetzung und Regie, gibt eine kurze Inhaltsangabe in deutscher Sprache und trägt die Schaltfläche Ansehen. Wie der Weg vom Plakat zum Dienst verläuft, beschreibt die Seite So geht es in wenigen Zeilen.
Vom Lichtspielhaus zum Sofa
Wer die beiden Flügel nebeneinander betrachtet, sieht, wie sich das Erzählen in deutscher Sprache verändert hat und wie viel dabei gleich geblieben ist. Das Kino der Fünfziger wollte seinem Publikum Erholung schenken: schöne Landschaften in Farbe, ein Lied zum Mitsummen, ein Liebespaar, das nach neunzig Minuten zueinanderfindet. Die Kritik sprach später etwas herablassend von Papas Kino, doch die Filme haben überdauert, weil sie handwerklich sauber gemacht sind und weil ihre Stars bis heute Freude bereiten.
Als das Fernsehen in den Sechzigern in die Wohnzimmer einzog, verlor das Kino einen großen Teil seiner Besucher, und viele seiner Stoffe wanderten mit. Der Fernsehfilm übernahm die Aufgabe, am Feierabend eine abgeschlossene Geschichte zu erzählen. Seit den Neunzigern haben die Sender dafür feste Plätze eingerichtet: den Freitagabend im Ersten für Komödien und Familiengeschichten, den Sonntagabend im Zweiten für das, was dort Herzkino heißt, und den Mittwoch für anspruchsvollere Stoffe. Die Landschaften sind geblieben, die Liebespaare auch; hinzugekommen sind Patchworkfamilien, berufstätige Mütter, Väter in Elternzeit und ein Humor, der sich selbst gern auf den Arm nimmt.
Filmpalast stellt beide Epochen in dasselbe Haus. Wer mag, schaut sich an einem Abend an, wie Rudolf Prack 1961 als Hofrat in die Wachau reist, und am nächsten, wie Anke Engelke 2015 auf einer Hallig im Wattenmeer landet. Die Gemeinsamkeiten sind größer, als man denkt: In beiden Fällen kommt ein Stadtmensch aufs Land, staunt, stolpert und findet etwas, womit er kaum gerechnet hat.
Sechs Filme zum Einstieg
Auf der Startseite stehen sechs Titel ganz vorn, drei aus jedem Flügel. Der eiserne Gustav von 1958 zeigt Heinz Rühmann in einer seiner schönsten Altersrollen. Er spielt den Berliner Droschkenkutscher Gustav Hartmann, der in den Zwanzigerjahren zusehen muss, wie das Automobil sein Gewerbe verdrängt. Als man ihm zu Hause die Zügel aus der Hand nehmen will, spannt der Dickkopf sein Pferd an und fährt mit der Kutsche bis nach Paris. Die Geschichte hat ein wahres Vorbild und geht auf den Roman von Hans Fallada zurück.
Der Pauker, ebenfalls von 1958, schickt Rühmann als Studienrat Dr. Seidel aus einem verschlafenen Provinzgymnasium in die Großstadt, wo eine freche Klasse auf ihn wartet. Seine alten Methoden helfen ihm dort wenig, gute Freunde umso mehr, und am Ende hat er die Schüler auf seine eigene Art gewonnen. Regie führte Axel von Ambesser.
Mariandl von 1961 ist der Inbegriff des österreichischen Heimatfilms mit Musik. Rudolf Prack spielt den peniblen Hofrat Geiger, der erfährt, dass die junge Musikstudentin Mariandl, gespielt von Cornelia Froboess, seine Tochter ist. Er reist nach Dürnstein an der Donau, wo Mariandls Mutter einen Gasthof führt, dem die Gäste fehlen. Hans Moser und Gunther Philipp sorgen für den Humor, das Titellied kennt in Österreich jedes Kind.
Aus dem zweiten Flügel kommt König von Deutschland von 2013. Olli Dittrich spielt Thomas Müller, den durchschnittlichsten aller Deutschen, dessen Geschmack so genau in der Mitte liegt, dass ein findiger Unternehmer daraus ein Geschäft machen will. Veronica Ferres spielt seine Frau, David Dietl gab mit dieser Satire sein Regiedebüt.
Wellness für Paare von 2016 ist ein Experiment des Regisseurs Jan Georg Schütte: Fünf Paare checken in einem Hotel ein, bei dem die Paartherapie im Preis inbegriffen ist, und die Darsteller, darunter Anke Engelke und Bjarne Mädel, improvisieren ihre Dialoge. Das Ergebnis ist komisch und erstaunlich wahrhaftig. In Einmal Hallig und zurück von 2015 spielt Anke Engelke eine Klatschreporterin, die nach einer brisanten Entdeckung auf eine Hallig geschickt wird, wo der wortkarge Vogelwart Hagen lebt, gespielt von Charly Hübner. Hermine Huntgeburth inszenierte diese Begegnung zweier Welten mit viel Wind und trockenem Witz.
Heimatfilme: Wald, Berg und Donau
Der Heimatfilm war das erfolgreichste Genre der Fünfzigerjahre. Nach den Jahren der Zerstörung sehnten sich die Menschen nach heilen Landschaften, und das Farbkino lieferte sie: Almen, Seen, Trachten, Kirchtürme und Wälder. Fünfundvierzig Filme auf Filmpalast stehen im Regal Heimat und Berge, und die ältesten davon gehören zu den Gründungswerken der Gattung.
Der Förster vom Silberwald von 1954 ist ein österreichischer Film, der mit seinen Naturaufnahmen von Hirschen, Gämsen und Adlern ein Millionenpublikum anzog. Rudolf Lenz spielt den neuen Förster Hubert Gerold, der den Wald vor dem Abholzen bewahren will und auf einem Jägerball die Enkelin des Hofrats kennenlernt, gespielt von Anita Gutwell. Das Paar Lenz und Gutwell wurde danach zu einem festen Begriff. Lenz ist auf Filmpalast auch in Heimatlos zu sehen, wo Marianne Hold ein Tiroler Bauernmädchen spielt, das es nach München verschlägt, und in Das Posthaus im Schwarzwald, wo ein Prinz sich in eine Postillionin verliebt, die um die letzte Postkutsche kämpft.
Die Wachau, das Donautal zwischen Melk und Krems, hat ein eigenes kleines Kapitel. In Dort in der Wachau verliebt sich ein Schiffsleutnant auf dem Donaudampfer Johann Strauß in eine mitreisende Reporterin. Vier Mädels aus der Wachau mit den Zwillingen Isa und Jutta Günther erzählt eine Verwechslungsgeschichte aus dem Weinort Weineck, und in Die Lindenwirtin vom Donaustrand bringt eine junge Innenarchitektin frischen Schwung in ein verschuldetes Gasthaus. Mariandl spielt gleich nebenan in Dürnstein.
Zum Heimatfilm gehören auch Märchen und Sagen. Rübezahl - Herr der Berge von 1957 erzählt vom Berggeist des Riesengebirges, der nach 999 Jahren an die Oberfläche steigt, um nach den Menschen zu sehen. Frühlingslied handelt von einem musikalischen Wunderkind aus den bayerischen Alpen, Solange noch die Rosen blüh'n von einer Kinderärztin, die im Bergurlaub einem Maler begegnet, und Gruß und Kuss vom Tegernsee von einer Musikstudentin, die an einer Hotelfachschule für eine Millionärstochter einspringt.
Die Gattung lebt im Fernsehen weiter. In Heimat zu verkaufen von 2010 steht das Berghotel Edelweiss, ein Familienbetrieb in einer Bilderbuchlandschaft, vor einer großen Entscheidung. Eine Almhütte für Zwei von 2020 zeigt Tom Beck als Bergbauern, dessen Alm über einer Heilquelle liegt. In Die Schäferin kehrt eine Juristin, gespielt von Stefanie Stappenbeck, vertretungsweise zu ihrer Herde zurück, und in Schöne Aussicht übernimmt eine Berliner Lehrerin die Grundschule eines Schwarzwalddorfes. Die Seite Heimatfilme ordnet das Regal nach Landschaften.
Schlagerfilme und Operetten
Siebenunddreißig Filme tragen Musik im Herzen. Der Schlagerfilm, der Ende der Fünfziger aufkam, war das Musikvideo seiner Zeit: eine leichte Handlung, die einem beliebten Sänger Gelegenheit gab, fünf oder sechs Lieder vorzutragen. Der ungekrönte König dieses Fachs war Peter Alexander, Wiener, Sänger, Komiker und Parodist in einer Person. Filmpalast führt sechs seiner Filme.
In Bonjour Kathrin von 1956 steht er neben Caterina Valente, die mit zwei Freunden als Musikstudentin in Paris lebt und vom Gerichtsvollzieher besucht wird. In Wehe, wenn sie losgelassen probt er mit seiner Jazzkapelle heimlich auf dem Bauernhof seines Onkels für einen Wettbewerb. Münchhausen in Afrika schickt ihn als Musiklehrer auf große Fahrt, und in Ich zähle täglich meine Sorgen singt er das Lied, das dem Film den Namen gab. Am bekanntesten ist Die Abenteuer des Grafen Bobby von 1961: Graf Bobby schlüpft in die Kleider seiner erkrankten Tante, um eine amerikanische Millionärstochter als Anstandsdame durch Europa zu begleiten, und verliebt sich prompt in seinen Schützling, gespielt von Vivi Bach. Gunther Philipp gibt den Baron Mucki. In Die lustige Witwe von 1962 schließlich singt Alexander den Danilo in Franz Lehárs Operette.
Caterina Valente hat mit Casino de Paris einen eigenen großen Auftritt, an der Seite von Vittorio De Sica. Das Teenagerpaar der Epoche, Cornelia Froboess und Peter Kraus, ist in Wenn die Conny mit dem Peter zu sehen, wo Schüler eines Landschulheims eine Band gründen. Conny spielt außerdem in Junge Leute brauchen Liebe eine Wiener Näherin neben Johannes Heesters. Freddy Quinn bringt in Heimweh nach St. Pauli das Fernweh und das Heimweh der Seeleute auf die Leinwand: Ein Hamburger Junge ist in Amerika zum Star geworden, bis ihn ein alter Kamerad an die Reeperbahn erinnert.
In den Siebzigern übernahm Roy Black das Fach. Wenn du bei mir bist führt ihn als Kopilot nach Bangkok, Wenn mein Schätzchen auf die Pauke haut stellt ihm Uschi Glas zur Seite, Alter Kahn und junge Liebe spielt am Rhein und Schwarzwaldfahrt aus Liebeskummer beim Kirschwasserfest. Tausend Takte Übermut mit Vivi Bach und Rex Gildo reist an die Adria, Unsere tollen Tanten an den Wörthersee, und in Heute hau'n wir auf die Pauke lädt der Produzent Jack White seine Künstler zu einer großen Party. Eine Besonderheit ist Carmen on Ice von 1990: Katarina Witt, Brian Boitano und Brian Orser tanzen Bizets Oper auf dem Eis. Die Seite Schlagerfilme nennt die Sänger der Reihe nach.
Komödien der Wirtschaftswunderzeit
Die Komödie ist mit 133 Titeln das größte Regal, und ihr klassischer Teil gehört drei Namen: Heinz Rühmann, Heinz Erhardt und dem Regisseur Kurt Hoffmann. Rühmann, der schon vor dem Krieg ein Star war, fand in den Fünfzigern zu jenen leisen, menschlichen Rollen, für die man ihn bis heute liebt. Neben dem Kutscher Gustav und dem Studienrat Seidel spielt er auf Filmpalast den Titelhelden in Der Kapitän von 1971, einen erfahrenen Frachtschiffer, der vertretungsweise ein elegantes Kreuzfahrtschiff übernehmen muss und sich zwischen Smoking und Kapitänsdinner erst zurechtfinden lernt.
Heinz Erhardt, der Dichter des höheren Blödsinns, ist mit zwei Filmen vertreten. In Ach Egon! von 1961 spielt er einen Kinderarzt, dessen Adoptivsohn pünktlich zum ersten Hochzeitstag vor der Tür steht und drei Schimpansen mitbringt. Unser Willi ist der Beste von 1971 gehört zur Reihe um den Finanzbeamten Willi Winzig: Der Pensionär nimmt seine Schwester, deren Tochter und den Vater bei sich auf und sucht sich eine neue Beschäftigung, damit das Geld für alle reicht.
Kurt Hoffmann, der eleganteste Komödienregisseur der Bundesrepublik, hat fünf Filme in der Auswahl. Schloss Gripsholm von 1963 und Rheinsberg von 1967 gehen beide auf Kurt Tucholsky zurück und erzählen von Berliner Liebespaaren auf Sommerreise, das eine in Schweden, das andere in der märkischen Provinz. In Liselotte von der Pfalz spielt Heidelinde Weis die burschikose Kurfürstentochter, die an den Hof des Sonnenkönigs verheiratet wird und dort mit ihrer Geradheit für Aufsehen sorgt. Herrliche Zeiten im Spessart ist der dritte Spessart-Film mit Liselotte Pulver; die Gespenster der Vorgänger kehren diesmal in einer Rakete zurück und reisen mit der Braut durch die Jahrhunderte.
Zu den feinen Stücken zählen ferner zwei Verfilmungen nach Heinrich Spoerl. Der Maulkorb von Wolfgang Staudte spielt zur Kaiserzeit in einer rheinischen Stadt, in der ein Staatsanwalt einen Streich aufklären soll, dessen Urheber ihm sehr nahe steht. Die Feuerzangenbowle in der Fassung von Helmut Käutner aus dem Jahr 1970 lässt Walter Giller als erfolgreichen Schriftsteller noch einmal die Schulbank drücken. Dazu kommen Julia, Du bist zauberhaft mit Lilli Palmer und Charles Boyer nach einem Roman von Somerset Maugham, Kitty und die große Welt mit der jungen Romy Schneider als Maniküre, die in Genf eine Konferenz der Großmächte durcheinanderwirbelt, und Scampolo, in dem Romy Schneider auf Ischia einem erfolglosen Architekten unter die Arme greift. Mehr dazu steht auf der Seite Die Klassiker.
Die frühen Fünfziger
Die ältesten Filme der Auswahl zeigen ein Land, das gerade wieder lachen lernt. In München steht ein Hofbräuhaus von 1951 lässt einen Berliner Limonadenfabrikanten seinen Stand ausgerechnet vor einem Münchner Bierzelt aufbauen; Liesl Karlstadt, die langjährige Partnerin von Karl Valentin, spielt mit. In Vater braucht eine Frau von 1952 gibt Dieter Borsche einen verwitweten Regierungsrat mit vier lebhaften Kindern, die per Stellenanzeige eine neue Mutter suchen, und Ruth Leuwerik antwortet. Ferien vom Ich vom selben Jahr schickt einen überarbeiteten amerikanischen Milliardär auf ein deutsches Landgut, wo er unter einfachem Namen das Leben neu entdeckt.
Ingrid - Die Geschichte eines Fotomodells von 1955 erzählt mit Johanna Matz und Paul Hubschmid vom Aufstieg eines jungen Mädchens in der Modewelt. Hubschmid ist auch in Isola Bella zu sehen, wo eine Konsulstochter als Zimmermädchen verkleidet ihren Verlobten prüfen will und sich in dessen Bruder verliebt. Alt Heidelberg von 1959, inszeniert von Ernst Marischka, dem Regisseur der Sissi-Filme, begleitet den Erbprinzen Karl-Heinrich zum Studium an den Neckar, wo er die Wirtstochter Käthi trifft; Christian Wolff, Sabine Sinjen und Gert Fröbe spielen die Hauptrollen. In Die große Chance gründet Walter Giller als Sohn eines konservativen Vaters eine Jazzband.
Eine ernstere Farbe bringt Das Brot der frühen Jahre von 1962. Herbert Vesely verfilmte die Erzählung von Heinrich Böll in Bildern, die mit dem gewohnten Kino brachen; der Film gilt als einer der Vorboten des Neuen Deutschen Films. Aus Österreich stammt Moos auf den Steinen von 1968, eine Literaturverfilmung um ein verfallendes Schloss im Marchfeld mit Erika Pluhar und Fritz Muliar. Chapeau Claque von Ulrich Schamoni aus dem Jahr 1974 schließlich porträtiert einen Erben, der seine Hutfabrik hinter sich lässt und fortan als heiterer Privatier lebt.
Die frühen Siebziger
Um 1970 wurde das Kino bunter, lauter und schneller. Die Lustspiele dieser Jahre setzen auf Verwechslung und Tempo: In Das haut den stärksten Zwilling um tauschen zwei Zwillingsschwestern nach langer Trennung zum Spaß die Rollen, und in Wenn jeder Tag ein Sonntag wär'... gerät der Chef einer Reisebürokette selbst in den Ferientrubel, den er sonst für andere plant. Ein Käfer geht auf's Ganze gehört zur Reihe um den Wunderkäfer Dudu, einen Volkswagen mit erstaunlichen Fähigkeiten, der hier an einer Rallye durch Ostafrika teilnimmt; Rudolf Zehetgruber schrieb, inszenierte und spielte selbst mit.
Zugleich begann das Fernsehen, eigene Spielfilme zu drehen. Gib acht auf Susi! von 1968 erzählt von einer Tankwartin mit zwei Kindern, deren zehnjähriger Sohn sich zum Beschützer der älteren Schwester ernennt. Solche Geschichten aus dem Alltag, mit kleinen Leuten und großen Gefühlen, weisen schon auf den Fernsehfilm späterer Jahrzehnte voraus. Auch die Großstadtkomödie hat hier ihre Wurzeln: Was Horst Krause 2018 in Küss die Hand, Krüger als Berliner Rentner mit Stammkneipe und Boulekugeln erlebt, hätte ein halbes Jahrhundert früher Heinz Erhardt spielen können, und was Laura Tonke und Ronald Zehrfeld in Bist du glücklich? auf der Fahrt zu ihrem Wochenendhaus besprechen, ist die leise Fortsetzung all der Ehekomödien, mit denen das Kino einst seine Säle füllte.
Filme aus Babelsberg
Elf Filme der Auswahl entstanden im Osten Deutschlands, im DEFA-Studio in Potsdam-Babelsberg oder für das dortige Fernsehen. Sie zeigen einen Alltag, der dem Westpublikum lange fremd blieb, und sie tun es oft mit überraschend leichtem Ton. Verwirrung der Liebe von 1959 war der letzte vollendete Film des Regisseurs Slatan Dudow: Zwei Studentenpaare tauschen auf einem Faschingsfest die Partner und prüfen, wer zu wem gehört. Für Annekathrin Bürger und Angelica Domröse war es der Beginn einer langen Laufbahn.
Silvesterpunsch von 1960 ist eine Revue um eine Betriebsfeier, bei der Sportler und Musikfreunde eines Chemiewerks um das schönste Programm wetteifern. Hochzeitsnacht im Regen von 1967 ist ein Musical mit dem Sänger Frank Schöbel: Eine Friseuse will Jockey werden und bewirbt sich auf der Rennbahn Hoppegarten. In Der Mann, der nach der Oma kam von 1972, einer der beliebtesten DEFA-Komödien überhaupt, sucht eine vielbeschäftigte Künstlerfamilie Ersatz für die Großmutter, die den Haushalt führte, und findet ihn in einem jungen Mann, gespielt von Winfried Glatzeder, über den bald die ganze Nachbarschaft spekuliert.
Ruhiger erzählt Weite Straßen - stille Liebe von 1969: Manfred Krug spielt einen Fernfahrer, der seit zwanzig Jahren hinter dem Lenkrad sitzt und einen jungen Anhalter mitnimmt. Du und ich und Klein-Paris begleitet eine Siebzehnjährige in ihren ersten Wochen allein in Leipzig, Das zweite Leben des Friedrich Wilhelm Georg Platow einen Schrankenwärter, dessen Posten automatisiert wird, und Neues aus der Florentiner 73 die Bewohner eines Berliner Mietshauses um die Volksschauspielerin Agnes Kraus. Für Kinder drehte Herrmann Zschoche 1964 Lütt Matten und die weiße Muschel nach dem Buch von Benno Pludra: Ein Fischerjunge an der Ostsee möchte eine eigene Reuse bauen. Und in Kit & Co. reitet der amerikanische Sänger Dean Reed durch einen Goldgräberfilm nach Jack London. Die Seite zum DEFA-Studio stellt alle elf vor.
Geschichten aus dem Norden
Der Süden hat die Berge, der Norden hat den Hafen, das Watt und das Plattdeutsche. Das Hamburger Ohnsorg-Theater, dessen Aufführungen seit den Fünfzigern im Fernsehen liefen, ist mit zwei Stücken vertreten: Ohnsorg Theater - Tratsch im Treppenhaus von 1966 mit Henry Vahl, einem der berühmtesten Schwänke der Bühne, und Ohnsorg Theater - Der möblierte Herr von 1971 mit Heidi Kabel. Heidi Kabel spielt auch in Klein Erna auf dem Jungfernstieg, einem Film um die freche Hamburger Deern aus den bekannten Witzen.
Die Küste von heute zeigen Einmal Hallig und zurück und Vadder, Kutter, Sohn, in dem ein Sohn nach Jahren in sein Dithmarscher Dorf zurückkehrt, wo der Vater Krabben fischt und den Shantychor leitet. Die Pferdeinsel führt eine Unternehmensberaterin zu einem Pferdekenner auf eine Nordseeinsel, Die Braut von der Tankstelle einen Hamburger an eine heruntergekommene Zapfsäule in der Provinz, direkt gegenüber der Konkurrenz. In Einspruch für die Liebe rettet ein Anwalt die Dorfkneipe seines Großvaters in Mecklenburg, und in Leichtmatrosen - Drei Mann in einem Boot schippern drei Stuttgarter eine Woche lang mit dem Hausboot über die Müritz. Die Seite Geschichten aus dem Norden zeigt die Route.
Was ein Fernsehfilm ist
Der deutsche Fernsehfilm ist eine eigene Kunstform mit eigenen Regeln. Er dauert fast immer neunzig Minuten, er wird in etwas mehr als zwanzig Tagen gedreht, und er hat einen festen Sendeplatz, der dem Publikum verrät, was es erwarten darf. Die Sender geben jedes Jahr mehrere hundert solcher Filme in Auftrag, mehr als jedes andere Land Europas. Viele der besten Schauspielerinnen und Schauspieler des Landes arbeiten regelmäßig für dieses Format, und so begegnet man auf Filmpalast Iris Berben, Hannelore Elsner, Christiane Hörbiger, Jan Josef Liefers, Devid Striesow, Axel Prahl und Julia Jentsch.
Unter den 107 Fernsehfilmen überwiegt die Komödie. Schnitzel geht immer gehört zu einer Reihe um zwei Freunde aus dem Ruhrgebiet, gespielt von Ludger Pistor und Armin Rohde, die mit immer neuen Geschäftsideen ihr Glück versuchen. Brezeln für den Pott schickt einen schwäbischen Bäckereimanager nach Duisburg. Zaun an Zaun setzt zwei sehr verschiedene Nachbarn in ein Münchner Doppelhaus, Tausche Firma gegen Haushalt lässt ein Ehepaar für eine Weile die Rollen wechseln, und in Niete zieht Hauptgewinn kämpft Christiane Hörbiger um ihr Café und verliebt sich in den Mann, der es ihr streitig macht.
Leisere Töne schlägt Frühstück mit einer Unbekannten von 2007 an. Jan Josef Liefers spielt einen überkorrekten Mitarbeiter des Finanzministers, der sich in einem Café zu einer jungen Frau an den Tisch setzt, gespielt von Julia Jentsch, und sie kurz entschlossen zu einem Gipfeltreffen mitnimmt. Besuch für Emma erzählt von einer Berliner Kassiererin, gespielt von Dagmar Manzel, die sich nach Gesellschaft sehnt, Eisland von einem Tiefkühlkostfahrer, der alles für die Zukunft seines Sohnes tut, und Für dich dreh ich die Zeit zurück von einem Mann, der seiner Frau die gemeinsamen Erinnerungen bewahren will. Die Seite Fernsehfilme sortiert das Regal nach Tonlage.
Urlaub und Fernweh
Neunundvierzig Filme packen den Koffer. Das Fernsehen hat dafür zwei langlebige Reihen geschaffen. Die eine heißt Ein Sommer in … und schickt ihre Heldinnen an immer neue Orte: Ein Sommer in Paris beginnt damit, dass Klara ihren Verlobten am Eiffelturm stehen lässt und die Stadt auf eigene Faust erkundet; Ein Sommer in Istrien führt zu einer Hochzeit an die kroatische Küste, Ein Sommer auf Kreta zu einer überraschenden Erbschaft. Sommer in Rom gehört dem Titel nach dazu und erzählt von einem Journalisten, der mit seiner Familie als Korrespondent an den Tiber zieht.
Die andere Reihe heißt Ein Ferienhaus und versammelt jeweils eine Familie unter einem fremden Dach: Ein Ferienhaus in Schottland vor einer Hochzeit im Hochland, Ein Ferienhaus auf Ibiza mit drei zerstrittenen Geschwistern, die ihre Mutter zu gemeinsamen Ferien bittet, Ein Ferienhaus in Marrakesch mit Uwe Ochsenknecht als frischgebackenem Lottomillionär und Ein Ferienhaus auf Teneriffa mit einem jungen Paar samt Anhang. Dazu kommen Einmal Toskana und zurück, Unterwegs mit Elsa, das in eine baufällige Villa in Kroatien führt, Unzertrennlich nach Verona mit Veronica Ferres und Heiner Lauterbach, Lichtblau - Neues Leben Mexiko mit Annette Frier, Liebe auf Persisch, eine Reise von Vater und Sohn nach Teheran, und Blauwasserleben über ein Paar, das mit dem Katamaran um die Welt segeln will.
Das Fernweh ist älter als das Fernsehen. Schon 1958 trug Romy Schneider in Scampolo auf Ischia die Wäsche aus, 1965 suchten Vivi Bach und Rex Gildo in Tausend Takte Übermut ein Hotel an der Adria, und 1973 organisierte Georg Thomalla in Wenn jeder Tag ein Sonntag wär'... als Reisebürobesitzer den Urlaub für Tausende. Die Seite Urlaubsfilme hat die Landkarte dazu.
Bräute, Verlobte und Silberpaare
Vierundvierzig Filme kreisen um das Jawort, und die schönsten beginnen kurz davor. In Nur Anfänger heiraten soll die Wirtin eines fast bankrotten Ausflugslokals wegen eines Missverständnisses eine fremde Hochzeit ausrichten und sieht darin ihre Rettung. Die Eltern der Braut mit Gaby Dohm und Peter Sattmann zeigt, was geschieht, wenn der künftige Schwiegersohn gleich die halbe Firma mitheiraten soll. In Sag einfach ja! sind Vera und Hans seit fünfzehn Jahren ein glückliches Paar, bis Veras Mutter findet, dass es Zeit für den Trauschein wird.
Die Hochzeitsplanerin Rosa, gespielt von Alexandra Neldel, hat eine eigene kleine Reihe: Einfach Rosa – Wolken über Kapstadt führt sie nach Südafrika, Einfach Rosa - Die zweite Chance zurück in ihr eigenes Wohnzimmer, in dem sich die Mutter einquartiert hat. Eine Braut kommt selten allein bringt den Rapper Sido als gescheiterten Clubbesitzer aus Berlin-Hellersdorf mit einer jungen Frau zusammen, die mitsamt Verwandtschaft bei ihm einzieht. In Papa und die Braut aus Kuba verliebt sich ein bayerischer Firmenchef auf seine alten Tage neu, zum Erstaunen seiner erwachsenen Kinder.
Auch lange Ehen haben ihre Filme. Silberhochzeit von Matti Geschonneck versammelt um Iris Berben einen Freundeskreis an einem langen Abend, an dem vieles ausgesprochen wird. In Was eine Frau im Frühling träumt von 1959 macht sich eine Ehefrau zwanzig Jahre nach der Trauung auf die Suche nach ihrer Jugendliebe, und in Für immer Eltern freuen sich Anja und Michael auf das Leben zu zweit, bis der Sohn wieder vor der Tür steht. Die Seite Hochzeitsfilme ordnet das Regal vom Antrag bis zum Jubiläum.
Schule, Kinder und Familie
Dreiundzwanzig Filme stehen im Familienregal, und viele weitere drehen sich um Eltern, Kinder und Lehrer. Die Schule ist dabei ein Lieblingsschauplatz des deutschen Films. Der Pauker und Die Feuerzangenbowle vertreten die ältere Tradition, Musik, Musik - da wackelt die Penne die ausgelassenen Pennälerfilme um 1970. Aus der Gegenwart kommen Extraklasse und Extraklasse 2+: Axel Prahl spielt einen arbeitslosen Journalisten, der an einer Abendschule zu unterrichten beginnt und dabei mehr lernt als seine Schüler.
Unter den Elternfilmen fallen einige durch ihren Witz auf. Unser Papa, das Genie zeigt Friedrich von Thun als brillanten Physiker, der im Alltag verloren ist. In Mein Sohn, der Klugscheißer entdeckt eine Busfahrerin, dass ihr Sohn hochbegabt ist, und die beiden müssen einander neu kennenlernen. Wunschkinder und andere Zufälle lässt Ruth-Maria Kubitschek als wohlhabende Mutter dreier Töchter ihre Villa demjenigen Kind versprechen, das ihr zuerst ein Enkelkind schenkt. Familie mit Hindernissen, Hilfe, die Familie kommt! und Familie Bundschuh im Weihnachtschaos mit Andrea Sawatzki und Axel Milberg erzählen vom Glück und vom Trubel großer Verwandtschaft.
Für die Jüngsten gibt es drei Märchen. Rumpelstilzchen von 1955 hält sich an die Brüder Grimm, Rübezahl - Herr der Berge an die schlesische Sage, und Rotkäppchen von 2005 verlegt die Geschichte in die Gegenwart, als Erzählung während einer Autopanne. Prinzessin macht blau mit Karoline Herfurth ist ein modernes Märchen über drei freie Tage. Vorschläge für jede Runde macht die Seite Für die ganze Familie.
Neue Filme und ihre Themen
Achtundsechzig Filme stammen aus den Jahren 2010 bis 2024, fünfzehn davon aus diesem Jahrzehnt. Sie zeigen, wie nah der Fernsehfilm an der Gegenwart arbeitet. Blackout bei Wellmanns von 2024 handelt von einem Elektroingenieur, dessen Arbeit eine künstliche Intelligenz übernimmt; ein langer Stromausfall bringt ihn dazu, seine Familie auf alle Fälle vorzubereiten. Überväter begleitet Vater und Sohn, die beinahe gleichzeitig ein Kind erwarten. Die Bachmanns erzählt von einer Frau, deren früherer Ehemann ins Nachbarhaus zieht, und Was du von mir sehen kannst von einer jungen Physikerin, die bei der Familie ihres Freundes strandet.
Einige Filme greifen größere Stoffe auf. Der Minister von 2013 ist eine Satire auf den Aufstieg eines adligen Politikers mit einem sehr begabten Redenschreiber; Katharina Thalbach spielt die Kanzlerin. Käthe Kruse erzählt das Leben der berühmten Puppenmacherin, von der Berliner Bühne bis zur ersten eigenen Werkstatt. Die Heimkehr nach Hermann Hesse, inszeniert von Jo Baier, führt einen reich gewordenen Auswanderer nach dreißig Jahren in sein schwäbisches Städtchen zurück. Am Abend aller Tage von Dominik Graf folgt einem Kunsthändler auf der Spur eines verschollenen Gemäldes in einen verwunschenen Garten, und Grenzgang nach dem Roman von Stephan Thome beobachtet zwei Menschen im Abstand von jeweils sieben Jahren auf demselben hessischen Volksfest.
Die Nullerjahre steuern 37 Filme bei, darunter Love Crash, in dem eine Braut wenige Tage vor der Trauung ihr Gedächtnis verliert, Lottoschein ins Glück mit Mariele Millowitsch, Dörte's Dancing mit Jeanette Biedermann als Tanzbegeisterte und Griechische Küsse. Aus den Neunzigern sind zwei Titel dabei: Carmen on Ice und Doktor Knock, eine Verfilmung des Stücks von Jules Romains mit Gert Voss als Landarzt, der einem bayerischen Dorf die Lust an der Medizin beibringt. Die Seite Neue Filme geht die Jahre einzeln durch.
Nach Büchern und Bühnenstücken
Erstaunlich viele Filme der Auswahl gehen auf Literatur zurück. Tucholsky lieferte die Vorlagen für Schloss Gripsholm und Rheinsberg, Böll für Das Brot der frühen Jahre, Hesse für Die Heimkehr, Fallada für Der eiserne Gustav, Spoerl für Der Maulkorb und Die Feuerzangenbowle. Alt Heidelberg beruht auf dem Schauspiel von Wilhelm Meyer-Förster, das einst zu den meistgespielten Stücken deutscher Bühnen gehörte, Die lustige Witwe auf Lehárs Operette und Julia, Du bist zauberhaft auf Maugham.
Die Unterhaltungsliteratur von heute hat ihre eigenen Reihen. Die Verfilmungen nach Rosamunde Pilcher, seit 1993 ein fester Bestandteil des Sonntagabends, spielen stets in Cornwall: In Rosamunde Pilcher: Frühstück bei Tessa trifft die temperamentvolle Betreiberin einer Pension auf einen Gast aus besseren Kreisen, in Rosamunde Pilcher: Der Stoff, aus dem Träume sind eröffnet eine junge Designerin ihr Atelier, und Rosamunde Pilcher: Herzensläufe führt in eine Gin-Brennerei in Familienbesitz. Katie Fforde - Ein Teil von dir und Emilie Richards - Denk nur an uns beide gehören zu zwei verwandten Reihen, die an der amerikanischen Ostküste und in Neuseeland angesiedelt sind. Leberkäseland schließlich beruht auf den Erinnerungen von Lale Akgün an ihre Familie zwischen Istanbul und dem Rheinland.
Ein Abstecher nach Österreich
Ein guter Teil der Klassiker kommt aus Wien oder wurde in Österreich gedreht, denn die Studios am Rosenhügel und in Sievering arbeiteten in den Fünfzigern und Sechzigern eng mit deutschen Verleihern zusammen. Der Regisseur Franz Antel, ein Meister des schnellen Lustspiels, ist mit Vier Mädels aus der Wachau, Liebesgrüße aus Tirol und Musik, Musik - da wackelt die Penne vertreten. In Liebesgrüße aus Tirol soll auf einem Schloss ein Internat für höhere Töchter entstehen, und Peter Weck und die dänische Sängerin Gitte geraten mitten hinein.
Übermut im Salzkammergut erzählt von einem jungen Mann, der seinen strengen Eltern die Freundin verschweigt, bis diese sich im elterlichen Betrieb bewirbt. Verliebte Ferien in Tirol setzt einen nervösen Familienvater mit Wohnwagen und Fernziel Afrika in einem Tiroler Dorf fest; Uschi Glas und der Eiskunstläufer Hans-Jürgen Bäumler spielen das junge Paar. Hohe Tannen schickt zwei Musiker aufs Land, wo sie eine glockenhelle Stimme aus einem Pferdestall hören. Aus dem österreichischen Fernsehen von heute stammt Die Fremde und das Dorf: Ein Ort in der Steiermark lädt Kinder aus Italien zur Erholung ein, und ihre Lehrerin bringt Bewegung in das Leben eines Bauern.
Stars zum Wiedersehen
Wer einem Gesicht folgt, findet am schnellsten durch die Regale. Peter Alexander führt mit sechs Filmen, gefolgt von Gunther Philipp, dem Wiener Arzt, der zum Komiker wurde, und von Marianne Hold, die in fünf Filmen die Tiroler Bäuerin, die Lindenwirtin und die blonde Kathrein spielt. Je vier Auftritte haben Cornelia Froboess, Roy Black, Vivi Bach und Peter Weck, der als Schauspieler in Das haut den stärksten Zwilling um und als Regisseur bei Wenn mein Schätzchen auf die Pauke haut dabei ist.
Unter den Stars von heute liegen Uwe Ochsenknecht und Axel Prahl mit je vier Filmen vorn. Ochsenknecht spielt den Lottomillionär in Marrakesch, einen heimgekehrten Eishockeytrainer in Zeit der Zimmerbrände und einen von zwei alten Rivalen in Zwei Sturköpfe im Dreivierteltakt. Prahl ist der Abendschullehrer in den beiden Filmen der Reihe Extraklasse und der Fahrer in Eisland. Veronica Ferres, Anica Dobra, Esther Schweins, Stefanie Stappenbeck und Aglaia Szyszkowitz kommen auf je drei Titel, ebenso Devid Striesow, Fritz Karl und Tom Beck.
Manche Namen überraschen. Romy Schneider drehte Kitty und die große Welt und Scampolo in den Jahren nach den Sissi-Filmen, als sie sich von der Kaiserin lösen wollte. Lilli Palmer und Charles Boyer, beide Weltstars, spielten 1962 in Wien für Julia, Du bist zauberhaft. Hannelore Elsner ist in einer ihrer späten Rollen in Ferien vom Leben zu sehen, an der Seite von Marie Bäumer. Ulrich Matthes und Justus von Dohnányi tragen als alte Freunde den Film 2 Freunde fast allein, und Wotan Wilke Möhring gibt in Blackout bei Wellmanns den Familienvater mit Notvorrat. Die Seite Stars zum Wiedersehen führt die Liste fort.
Hinter der Kamera
143 Regisseurinnen und Regisseure haben an den 186 Filmen gearbeitet. Am häufigsten steht der Name Werner Jacobs im Vorspann, siebenmal: Er drehte Mariandl, Die lustige Witwe, Heimweh nach St. Pauli, Münchhausen in Afrika, Unser Willi ist der Beste und die beiden späten Filme mit Roy Black. Kurt Hoffmann folgt mit fünf Titeln, Alfred Weidenmann, Géza von Cziffra, Franz Antel und Hans Quest mit je drei. Hans Deppe, der mit Schwarzwaldmädel und Grün ist die Heide das Genre des Heimatfilms begründet hatte, ist mit Ferien vom Ich, Solange noch die Rosen blüh'n und Gitarren klingen leise durch die Nacht dabei.
Im Fernsehflügel fällt auf, wie viele Filme von Frauen inszeniert wurden: Hermine Huntgeburth, Vivian Naefe, Pia Strietmann, Franziska Buch, Christine Hartmann, Karola Meeder, Ute Wieland, Buket Alakuş und andere. Pia Strietmann drehte mit Alwara Höfels gleich zwei Komödien, Sturköpfe und Mein Sohn, der Klugscheißer. Matthias Tiefenbacher verantwortet die Reihe Extraklasse und Liebe und andere Delikatessen, Helmut Metzger drei Filme zwischen Mecklenburg und Amerika. Dominik Graf, einer der angesehensten Regisseure des Landes, ist mit Doktor Knock und Am Abend aller Tage vertreten. Die Seite Regisseure stellt die wichtigsten Handschriften vor.
Am besten bewertet
Siebenundzwanzig Filme stehen im Regal der Bestbewerteten, das Titel mit einer Durchschnittswertung von mindestens sechs Punkten bei wenigstens fünf Stimmen versammelt. Ganz oben steht der Schwank Ohnsorg Theater - Tratsch im Treppenhaus, dicht gefolgt von Frühstück mit einer Unbekannten und Mariandl. Auch Isola Bella, Der Mann, der nach der Oma kam, Vater braucht eine Frau und Alter Kahn und junge Liebe liegen nahe an der Sieben.
Es folgen Heimweh nach St. Pauli, Niete zieht Hauptgewinn, Der Pauker und Tausend Takte Übermut, danach Wunschkinder und andere Zufälle, Kitty und die große Welt, Liebe auf Persisch und Casino de Paris. Die meisten Stimmen im Regal haben Wellness für Paare, Unser Willi ist der Beste, Blackout bei Wellmanns und Ach Egon! gesammelt. Die Startseite beginnt mit diesem Regal, weil es der kürzeste Weg zu einem Film ist, an dem schon viele ihre Freude hatten.
So sieht Filmpalast aus
Filmpalast ist in Nachtblau, Anthrazit und Stahlblau gehalten. Oben steht der Name in Weiß und Stahlblau neben einem kleinen Palast mit vier Säulen, daneben eine Reihe von Links in Großbuchstaben und das Suchfeld. Darunter teilt sich die Seite in zwei Spalten. Links liegt eine schmale Spalte mit allen vierzehn Regalen, von Alle Titel bis Am besten bewertet, dazu Meine Liste, die Hilfe und die Liste von A bis Z. Rechts liegt die breite Spalte mit dem Inhalt auf dunklem Grund.
Auf der Startseite füllen Reihen von Plakaten die rechte Spalte, jeweils vier nebeneinander unter einer stahlblauen Titelleiste. Über jedem Plakat steht der Titel, darunter das Jahr und in Orange die Wertung. Auf dem Telefon rückt die linke Spalte in ein Menü hinter einer Schaltfläche mit drei Strichen, und die Plakate stehen zu zweit nebeneinander. Die Filmseiten zeigen das Plakat neben den Angaben, die Schaltfläche Ansehen mit der Länderauswahl direkt unter dem Titel, darunter die Besetzung mit Fotos, die Regie und verwandte Filme aus denselben Regalen.
Einen Film finden
Vier Wege führen zu einem Titel. Der erste ist die Suche: Sie antwortet schon beim Tippen und versteht Titel, Namen und Stichwörter wie Tirol, Hochzeit oder Schlager. Der zweite sind die Links oben, die zu Filme, Klassiker, Fernsehfilme, Komödie, Heimat und Top führen. Der dritte ist die linke Spalte mit sämtlichen Regalen. Der vierte ist die Seite A–Z, die alle 186 Filme in alphabetischer Folge aufführt. Die Seite Titel finden beschreibt jeden dieser Wege.
Ein Hinweis zu den Titeln: Filmpalast führt jeden Film unter seinem deutschen Originaltitel, so wie er im Kino oder im Fernsehen lief. Internationale Titel, unter denen einige Filme im Ausland bekannt wurden, kennt die Suche ebenfalls. Wer also einen Film nur unter seinem englischen Namen im Kopf hat, tippt diesen ein und landet auf der richtigen Seite.
Meine Liste und Ansehen
Auf jeder Filmseite steht die Schaltfläche Zu meiner Liste. Ein Tipp darauf legt den Film in Ihr persönliches Programmheft, das sich über den Link Meine Liste in der linken Spalte öffnet. Das Programmheft bleibt in Ihrem Browser auf Ihrem eigenen Gerät und steht dort bei jedem Besuch bereit; neben jedem gespeicherten Film findet sich die Schaltfläche Entfernen. Die Listenseite bietet außerdem eine Kopie als Datei an, praktisch für den Umzug auf ein anderes Gerät oder für den Filmabend mit Freunden. Einzelheiten stehen auf der Seite Meine Liste.
Ist die Wahl getroffen, übernimmt die Schaltfläche Ansehen. Wählen Sie eines der fünfzehn Länder, voran Deutschland, Österreich und die Schweiz, und tippen Sie darauf. JustWatch öffnet sich auf der Seite des Films und zeigt, welche Abodienste ihn führen, wo er sich leihen oder kaufen lässt und welche werbefinanzierten Angebote ihn gratis zeigen. Gerade Fernsehfilme wechseln häufig ihren Platz, viele stehen eine Zeit lang in den Mediatheken der Sender, und Klassiker erscheinen immer wieder in restaurierter Fassung. Deshalb verweist Filmpalast auf eine Quelle, die täglich aktualisiert wird.
Wie die Auswahl entstand
Die 186 Filme wurden von Hand aus einer weit längeren Liste deutschsprachiger Produktionen ausgesucht. Jede Inhaltsangabe wurde gelesen, und die Auswahl setzt auf Komödie, Liebesfilm, Familiengeschichte und Musik. Das Ziel ist ein Haus, in dem sich jeder Titel getrost vor Großeltern und Enkeln abspielen lässt. Zugleich gehört jeder Film auf Filmpalast allein zu Filmpalast: Die Auswahl wurde so zusammengestellt, dass sie diesem Wegweiser ein eigenes Gesicht gibt.
Plakate, Besetzungslisten, Laufzeiten und Inhaltsangaben stammen von TMDB, der gemeinschaftlich gepflegten Filmdatenbank, und die Wertungen auf den Plakatkarten sind deren Durchschnittswerte. Bei selten gesehenen Filmen beruhen sie auf wenigen Stimmen; sie sind dann eher ein freundlicher Fingerzeig als ein Urteil. Der Ratgeber, den Sie gerade lesen, und die Hilfeseiten wurden von der Redaktion eigens für Filmpalast geschrieben.
Kleines Wörterbuch
Einige Begriffe tauchen in diesem Ratgeber immer wieder auf. Ein Heimatfilm spielt in einer ländlichen, meist alpinen Landschaft und erzählt von Liebe, Erbe und Zusammenhalt. Ein Schlagerfilm baut seine Handlung um die Lieder eines beliebten Sängers. Ein Schwank ist ein derbes, herzliches Lustspiel, wie es das Ohnsorg-Theater auf Plattdeutsch pflegt. Pauker ist ein altes Schülerwort für Lehrer, die Penne eines für das Gymnasium. Eine Hallig ist eine kleine, kaum geschützte Marschinsel im nordfriesischen Wattenmeer. Und Herzkino nennt das Zweite seinen Sendeplatz für Liebesfilme am Sonntagabend.
Ein Plan für vierzehn Abende
Für alle, die neu im Haus sind, hier ein Vorschlag für zwei Wochen. Beginnen Sie mit den Klassikern: Der eiserne Gustav, Der Pauker und Mariandl. Singen Sie mit Peter Alexander in Die Abenteuer des Grafen Bobby, reisen Sie mit Tucholsky nach Schloss Gripsholm, besuchen Sie Babelsberg mit Der Mann, der nach der Oma kam und Hamburg mit Ohnsorg Theater - Tratsch im Treppenhaus.
In der zweiten Woche gehört der Bildschirm dem Fernsehfilm: Frühstück mit einer Unbekannten, Einmal Hallig und zurück, Wellness für Paare und König von Deutschland, danach Ein Sommer in Paris für das Fernweh und Extraklasse für das Herz. Den Schluss macht Familie Bundschuh im Weihnachtschaos, zu jeder Jahreszeit. Danach kennen Sie Ihre Lieblingsstars und Ihr liebstes Regal, und das Programmheft für die folgenden Wochen füllt sich fast von selbst: Ein Heimatfilm führt zum nächsten, ein Sänger zum anderen, und jede Filmseite schlägt verwandte Titel aus denselben Regalen vor.
Fragen und Antworten
Die folgenden Fragen werden zu Filmpalast am häufigsten gestellt, jeweils mit einer kurzen Antwort. Ausführlichere Hilfe bieten die Seiten, die in diesem Ratgeber genannt sind, voran die Seite So geht es.
Questions
Was ist Filmpalast?
Filmpalast ist ein Wegweiser zu 186 Filmen in deutscher Sprache aus den Jahren 1951 bis 2024, jeweils mit Besetzung, Inhaltsangabe und der Schaltfläche Ansehen zu offiziellen Diensten.
Welchen Film sollte ich zuerst sehen?
Beginnen Sie mit Der eiserne Gustav oder Mariandl bei den Klassikern und mit Einmal Hallig und zurück oder Wellness für Paare bei den Fernsehfilmen.
Eignet sich die Auswahl für Familien?
Ja. Jede Inhaltsangabe wurde von Hand gelesen, und die Auswahl setzt auf Komödie, Liebesfilm, Familiengeschichte und Musik.
Wie viele Klassiker gibt es?
Neunundsiebzig Filme stammen aus den Jahren 1951 bis 1974, dreißig davon aus den Fünfzigern.
Wie viele Fernsehfilme gibt es?
Hundertsieben Filme stammen aus den Jahren 1990 bis 2024, achtundsechzig davon aus der Zeit seit 2010.
Welche Stars sind am häufigsten zu sehen?
Peter Alexander mit sechs Filmen, Gunther Philipp und Marianne Hold mit je fünf, danach Cornelia Froboess, Roy Black, Uwe Ochsenknecht und Axel Prahl mit je vier.
Wie funktioniert Meine Liste?
Tippen Sie auf einer Filmseite auf Zu meiner Liste. Das Programmheft bleibt in Ihrem Browser, und die Listenseite bietet eine Kopie als Datei an.
Zeigt Filmpalast selbst Filme?
Filmpalast ist ein reiner Wegweiser. Jede Schaltfläche Ansehen öffnet JustWatch, das die offiziellen Streaming-, Leih- und Kaufdienste für Ihr Land aufführt.



































